Klein – aber mit viel Potential


Erzbischof Dr. Werner Thissen hat mit einem feierlichen Gottesdienst die katholische Schule in Lübeck eröffnet. In der ersten Klasse der Johannes-Prassek-Schule lernen ab diesem Schuljahr 16 Kinder. „In der ersten Stunde hatten wir sogar Englisch. Das macht richtig Spaß“, erzählte Johanna (7) und ihre Klassenkameradin Victoria stimmte ihr zu: „Ich freue mich besonders aufs Lesen.“ Gemeinsam mit den Eltern, Vertretern aus Politik, Gesellschaft und den Kirchengemeinden feierten die Kinder den Eröffnungsgottesdienst.

„Die junge Schule ist wie ein Saatkorn. Es ist klein, steckt aber voller Potential und wird einmal reiche Frucht bringen“, sagte der Erzbischof während des Gottesdienstes am Freitagnachmittag. Thissen erinnerte auch an den Namenspatron der Schule. „Als Johannes Prassek sich als Kaplan der Lübecker Herz-Jesu-Kirche dazu entschloss, in seinem Umfeld offen über das Unrecht der Nationalsozialisten zu sprechen, konnte er nicht ahnen, welche Saat er damit säte. Sein Glaube stärkte ihn auf seinem Weg zum Martyrium. Er stärkt aber auch uns heute in unserem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden“, so Thissen.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe erinnerte an berühmte Menschen der Hansestadt. „Viele Lübecker haben große Namen: Thomas und Heinrich Mann, Willy Brandt, Günter Grass, Erich Mühsam oder Hans Blumenberg. Sie allee haben einmal klein angefangen, als Schüler einer ersten Klasse“, so Saxe. Auch wenn die Johannes-Prassek-Schule und ihre Schüler heute noch klein seien, ist sich der Bürgermeister sicher, werden sie bald wachsen und einen Beitrag zum Wohl der Stadt leisten.

Kurz vor der feierlichen Schuleröffnung ist Bernhard Baumanns offiziell in das Amt des Schulleiters eingeführt worden. „Wir wollen wachsen, das ist klar. Dafür ist es wichtig, möglichst bald zweizügig zu werden. Doch viel wichtiger als diese äußerlichen Kriterien sind die kleinen Erfolge des Alltags: Viele kleine Schritte, die zusammen ein positives Gesamtbild ergeben. Besonders wichtig ist mir, dass es uns gelingt, eine gute Schulgemeinschaft zu bilden – aus Schülern, Eltern und Lehrern. Eine Gemeinschaft, in der ein guter Geist herrscht: Gottes Geist. Davon hängt alles andere ab“, sagte der Schulleiter.

Einen Blick in die Zukunft der Johannes-Prassek-Schule wagte der Schulvereinsvorsitzende Arno Probst. „Ich sehe die Schule als eine vierzügige Grundschule in einem eigenen modernen Gebäude, in dem motivierte Lehrer Wissen und christliche Werte vermitteln. Dass die Schülerzahl im ersten Jahr eher gering ist, überrascht nicht, denn wir konnten aufgrund langwieriger Entscheidungsprozesse erst zum Jahreswechsel an die Öffentlichkeit gehen. Da hatten viele Eltern ihre Schulwahl bereits getroffen. Das wird im nächsten Jahr anders sein. Und wer weiß – vielleicht wird die Vision einer weiterführenden katholischen Schule eines Tages doch noch wahr“, so Probst.